|
Wenn jeder von uns über sein Leben ein wenig
nachdenkt, so werden wir alle Zeiten, Ereignisse oder Momente finden,
in denen die Gottesmutter direkt zu uns gesprochen hat, selbst dann, wenn
wir uns dessen nicht immer bewusst sind. Ich will jetzt mein Zeugnis mit
so einem Moment beginnen, der sehr viel für meine Familie bedeutet
hat, vor allem für meine Mutter.
Ihr habt gehört, dass ich ursprünglich
aus dem Irak stamme. Dort mussten wir in einem einzigen Raum eines sehr
großen Hauses leben, bis wir in ein anderes Haus umzogen. Der Raum
hatte ein Fenster, das fast ebenerdig auf einen riesigen Parkplatz hinausblicken
ließ. Zu dieser Zeit herrschte Krieg zwischen meinem Heimatland
Irak und dem Iran und mein Vater war in der Armee. Meine Mutter sorgte
ganz allein für uns vier Kinder – mit Unterstützung der
Verwandten. Sie hatte jede Nacht Angst um unser Leben, denn sie fürchtete
sich sehr in ihrer Einsamkeit. Jede Nacht weinte sie sich in den Schlaf
wegen all der erdrückenden Sorgen um uns Kinder. „Was würde
sie tun, wenn jemand durch das Fenster in unseren Raum einbrechen würde?
Was würde sie tun, wenn mitten in der Nacht etwas geschehen würde?“
Das waren nur zwei der Fragen, die ihr stets quälend durch den Kopf
gingen.
Eines Nachts, als meine Mutter sich schlafen
legte und wie gewöhnlich zu beten begann, erschien ein sehr helles
Licht vor dem Fenster – wie Kerzenschein- so beschrieb es meine
Mutter. Und dann konnte sie erkennen, dass es die Gottesmutter war. Sie
hatte nur eine einfache Botschaft gebracht und zu meiner Mutter gesagt:
„Fürchte dich nicht, niemand wird deinen Kindern etwas zu leide
tun. Ich bin immer bei euch, um euch zu beschützen.“ In dieser
Nacht ist die Gottesmutter zu meiner Mutter gekommen, um ihr den Frieden
für Geist und Herz zu bringen und um uns ihre Berufung als unsere
himmlische Mutter, die immer bei uns ist, noch deutlicher zu zeigen. Nach
dieser Begegnung war meine Mutter zutiefst getröstet.
Maria, die Frau aller Völker ist für
meine Familie und für mich die Mutter unseres Retters.
Wir lieben sie, denn sie spricht zu einem jeden von uns in unserem Herzen.
Wir lieben sie, denn sie ist stets bei jedem einzelnen von uns selbst
dann, wenn wir uns dessen nicht bewusst sind oder sogar weit von ihr entfernt
sind.
Wir lieben sie, denn für sie sind wir nie ein hoffnungsloser Fall.
Wir lieben sie, denn sie ist unsere himmlische Mutter, die uns vor allem
Bösen beschützen möchte.
Wir lieben sie, denn sie nimmt unsere Gebete an.
Wir lieben sie, denn sie nimmt uns bei der Hand und führt uns durch
unser Leben.
Sie leitet uns auf den Weg der Wahrheit, der uns zu unserem Schöpfer
führt, zu unserem himmlischen Vater und Gott.
Ich verteile das Bild und das Gebet der Frau
aller Völker, weil ich es als meine Pflicht ansehe das zu tun, was
mir aufgetragen ist. Ein anderer Grund ist: Seit ich dieses einfache Gebet
bete, erlebe ich mich der Mutter aller Völker und ihrem Sohn Jesus
und vor allem dem Hl. Geist viel näher. Dies hat mir nur Freude und
inneres Glück gebracht. Und deshalb verteile ich das Gebetsbildchen,
so dass auch andere diese Freude und dieses Glück in sich erleben
dürfen. Für sehr lange Zeit trug ich viele unbeantwortete Fragen
über den katholischen Glauben und die Religion in mir. Doch durch
dieses einfache Gebet erhielt ich Antworten auf viele dieser Fragen.
Am Anfang gab ich das Bildchen der Frau aller
Völker nur jenen, die ich gut kannte und von denen ich wusste, dass
sie nicht „nein“ sagen würden. Ich hatte einfach nicht
den Mut, es anderen zu geben und ich wusste beim Austeilen auch nicht
was sagen. Was sollte ich denn machen, wenn die fragliche Person dieses
Gebetsbildchen ablehnen würde? Lange Zeit habe ich nachstudiert und
nach einem Weg gesucht, wie ich es anstellen sollte, bis es dann schließlich
eines Tages geschah.
Es war der 25. November 1999, also vor sieben
Monaten, und ich war mit einem Mitschüler in der Schulbibliothek,
wo wir uns auf ein Examen am Spätnachmittag vorbereiteten. Ich wurde
müde und begann – anstatt zu studieren – in der Zeitschrift
über den „Ersten Internationalen Gebetstag der Frau aller Völker,
Amsterdam, 31. Mai 1997“ zu lesen. Plötzlich kam mir beim Lesen
etwas in den Sinn.
Ich erinnerte mich an P. Paul´s Worte,
als er uns während seiner Mission in Schweden berichtete, dass Maria
in Amsterdam sagte: „Fürchte dich nicht, ich helfe dir!“
Diese Worte, die auch in der Zeitschrift standen, waren direkt für
mich gesagt und sie gaben mir die Kraft, das zu tun, was ich tun musste.
Und ich dachte mir auch, das sei das Mindeste, was ich tun könnte,
um Gott ein wenig meine Dankbarkeit dafür zu zeigen, dass ich alles
habe was ich brauche und in einer Welt leben darf, die ER mir geschenkt
hat.
Ich brauchte einige Minuten, um zu begreifen,
dass jetzt der richtige Zeitpunkt war, um meinem Mitschüler das Gebetsbildchen
zu geben. Ich verstand innerlich auch, dass wir beide unsere Examen mit
guten Ergebnissen bestehen würden, falls ich ihm das Bildchen geben
würde. Dann tat ich es schließlich, und es war gar nicht so
schwierig, wie ich es mir vorgestellt hatte. Mir war, als würde mir
jemand beistehen und dieser jemand gab mir Kraft, das zu tun, was ich
tun musste. An den folgenden Tagen war ich mit unaussprechlicher Freude
erfüllt, denn ich hatte für die Frau aller Völker etwas
ganz wichtiges getan. Ich glaube, die Freude, die ich empfand, war die
Belohnung für mein Tun. Und ja: Wir haben beide unsere Examen gut
bestanden!
Heute habe ich mehr Mut, das Gebetsbildchen zu
verteilen. Und ich muss sagen, die Reaktion ist viel positiver als ich
es erwartet habe, denn bisher hat nur ein einziger „nein“
gesagt. Der Grund dafür war: Ich konnte die Person nicht davon überzeugen,
dass das Bild und Gebet allen Menschen gegeben werden soll und nicht nur
den Christen. Übrigens gebe ich das Gebetsbildchen nicht nur von
Hand zu Hand, sondern verschicke es auch per Post. Selbst am Telefon mache
ich es bekannt und verteile es auch im Ausland. Dabei versuche ich immer
die Bedeutung des Bildes und Gebetes der Frau aller Völker zu erklären.
Ich sage meinen Freunden auch, dass „ich nur ausführe, was
mir aufgetragen ist“. Meine Familie bemüht sich auch, das Gebetsbild
in unserer Heimat, im Irak zu verbreiten.
Ich persönlich finde, dass es am günstigsten
ist, das Gebetsbildchen dann zu verschenken, wenn man im Ausland unterwegs
ist. Ich hab´s probiert und die Antwort, die ich bekommen habe,
lautete: „Kann ich mehr davon haben, um sie meinen Freunden zu geben?“
Noch einmal möchte ich sagen, dass
dieses einfache Gebet mir Freude und Glück schenkt und deshalb möchte
ich, dass es jeder bekommt.
|