Der slowakische Jesuitenbischof Paul Maria
Hnilica, der seit 40 Jahren in Rom lebt und von dort aus der verfolgten
Kirche im Osten unsagbare Hilfe geleistet hat, hielt am Pfingstsonntag die
Festpredigt. Seine Liebe zur Miterlöserin geht bis in die Zeit seiner
Verhaftung, seines Aufenthaltes im KZ und in die ersten Jahre seines Priestertums
zurück.
Er hat Gott das feierliche Versprechen gegeben, sich mit seinem ganzen Leben
und mit allen Kräften für die Dogmatisierung dieser Wahrheit Maria
ist Miterlöserin, Mittlerin und Fürsprecherin einzusetzen.
So ist es verständlich, daß die Vorsehung gerade ihn erwählt
hat, Präsident der kirchlichen Bewegung päpstlichen Rechtes PDF-Familie
Mariens der Miterlöserin zu sein.
Bischof Hnilica und der Heilige Vater kannten sich schon, lange bevor Karol
Wojtyla zum Papst gewählt wurde. Gemeinsam nahmen sie am II. Vatikanischen
Konzil teil und erlebten die Zeit der kommunistischen Verfolgung in den
Ländern hinter dem Eisernen Vorhang.
Zum drittenmal sind wir hier in Amsterdam versammelt. Es ist das Jahr,
das dem Göttlichen Vater geweiht ist, in dem wir, um das Bild der
Frau aller Völker vereint, zusammen Pfingsten feiern ...
Wenn wir heute in Amsterdam sind, um das Pfingstfest zu feiern, in einer
europäischen Stadt, die sich immer mehr von Gott entfernt hat, dann
entspringt dieser Wunsch sicher nicht einer menschlichen Überlegung,
sondern der Inspiration der Frau aller Völker, die uns zu diesem
internationalen Gebetstreffen zusammengeführt hat. Die drei vorbereitenden
Jahre auf das Große Jubiläum dürfen wir in Holland auch
durch diese internationalen marianischen Gebetstreffen feiern. Wir sind
hierher gekommen, um auf die Fürsprache Mariens vom Heiligen Geist
ein Neues Pfingsten zu erflehen, damit Er in den Herzen aller Völker
wohnen möge und sie vor Verfall, Unheil und Krieg bewahre. Dieses
Gebet ist heute dringender denn je zuvor ...
Wir danken vor allem dem Bischof dieser Diözese, Seiner Exzellenz
Msgr. Punt, der als Hauptzelebrant der feierlichen Hl. Pfingstmesse vorsitzt.
Mit ihm denken wir auch an den teuren Bischof Msgr. Bomers, der im vergangenen
September, am Fest des Namens Mariens, starb. Er nahm an den beiden ersten
Gebetstagen teil, die er selbst mit großer Freude im Herzen miterlebte.
Es bedeutete für ihn ein großes Glück, an dem teilzunehmen,
was er selbst als ‘unglaublich’ bezeichnete, das heißt,
dass Tausende von Menschen nach Amsterdam pilgerten, um in einem tiefen
Frieden, um das Bild der Frau aller Völker versammelt, um das Kommen
des Heiligen Geistes zu beten.
Am ersten Pfingstfest kam der Heilige Geist auf Maria und die Apostel
im Abendmahlssaal herab, um in ihren Herzen zu bleiben und so die Kirche,
den mystischen Leib Christi, zu heiligen. Auch heute wirkt der Heilige
Geist durch Seine Braut im Innersten unserer Herzen, wenn sie sich dem
göttlichen Wirken öffnen, wenn sie dem Versprechen Jesu Vertrauen
schenken und wenn sie sich im Gebet mit Maria vereinen ...
Der Heilige Vater, der universale Hirte der Kirche, fühlte sich
dazu gedrängt, die Größe des Heilsmysteriums, in dem Maria
innigst mit Jesus verbunden blieb, der Welt zu verkünden. In seinem
Papstwappen sehen wir bezeichnenderweise ein Kreuz zusammen mit einem
großen M, was nichts anderes
aussagt, als dass Maria beim Erlösungswerk ihres Sohnes als Miterlöserin
mit Ihm vereint blieb. Viele Bischöfe der Weltkirche, nicht wenige
Kardinäle und Millionen Gläubige verehren Maria als Miterlöserin,
Mittlerin und Fürsprecherin, unter diesen drei Titeln, die in den
Vierziger Jahren gerade hier in Holland von einer ganzen Bischofskonferenz
proklamiert wurden ...
Wir bitten auch um das Licht des Heiligen Geistes für die ganze
Kirche, damit sie Prophezeiungen wie jene des hl. Pater Maximilian Kolbe
und die von einem Teil der Gläubigen und von so vielen Hirten an
den Heiligen Vater gerichtete Bitte um die ersehnte dogmatische Definierung
der Miterlösung, Mittlerschaft und universalen Fürsprachemacht
Mariens verstehe. Das wäre die Krönung eines langen theologischen,
mystischen, spirituellen und seelsorglichen Weges, der die Berufung Mariens
erleuchtete und die unter dem heutigen Pontifikat einen Höhepunkt
erreicht zu haben scheint ...
Ich bin tief davon überzeugt, dass die marianische Ära, in
der wir uns befinden, zum Triumph des Makellosen Herzens führen wird.
Ja, wir müssen sagen, dass dies die Überzeugung von Papst Johannes
Paul II. ist. Die marianische Ära bereitet das Zeitalter des Heiligen
Geistes vor ...
Für dieses immense Werk der Vorbereitung der Herzen auf das Kommen
des Heiligen Geistes durch ein neues Pfingsten braucht es die Gegenwart
Mariens, die in alle Teile der Welt gekommen ist, um ... die zerstreuten
Kinder zu sammeln. Deshalb sehen wir sie auf dem Bild der Frau aller Völker
inmitten vieler Schafe, in einer unüberschaubaren Herde, Symbol für
die ganze Menschheit, die sich um das Kreuz ihres Sohnes versammelt hat.
Mit der Hilfe Mariens möchten wir heute den Heiligen Geist darum
bitten, dass Er den Heiligen Vater stärke und ihn vor jeder Gefahr
beschütze, damit durch sein Totus Tuus dieses Jahrtausend beschlossen
und das neue eröffnet werde.
Auszüge aus der Festpredigt von Bischof
Paul Maria Hnilica SJ, Pfingstsonntag 1999
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