| Druckversion
Die Frau aller Völker
Erster Internationaler Gebetstag
zu Ehren der Frau aller Völker
in Amsterdam, 31. Mai 1997
Am 31. Mai 1996 erlaubten der Diözesanbischof
von Haarlem-Amsterdam, Seine Exzellenz Msgr. Henrik Bomers, und sein Weihbischof
Msgr. Josef Punt in einem offiziellen Schreiben die öffentliche Verehrung
der Gottesmutter unter dem Titel “Frau aller Völker”.
Bereits 1955 ruft Maria in der Botschaft vom 31. Mai
in Amsterdam ihre Kinder auf: “Ihr sollt dafür sorgen, dass jedes Jahr
um diesen Thron bei diesem Bild die Völker versammelt werden. Das ist die
große Gnade, die Maria, Miriam oder die Frau aller Völker, der Welt
schenken darf.” Dies wurde vor wenigen Wochen erstmals Wirklichkeit.
Etwa 5000 Teilnehmer von allen fünf Kontinenten,
darunter auch Brüder und Schwestern anderer Konfessionen und am Glauben
Interessierte waren der Einladung gefolgt und kamen privat oder in Pilgerbussen
zum Ersten Internationalen Gebetstag nach Amsterdam. Stellvertreter aus 50 Nationen
brachten mit ihrer Flagge ihr Volk zum Gnadenbild der Frau aller Völker.
Aus 25 Nationen erhielten die Schwestern der Familie
Mariens der Miterlöserin, die seit 22. Juli 1996 in Amsterdam das Heiligtum
der Frau aller Völker betreuen, Grußadressen; unter anderem von der
Oberin des Karmelklosters in Coimbra (Portugal), in dem Sr. Luzia, die Seherin
von Fatima lebt. Zusammen mit ihren Mitschwestern vereinigte sie sich an diesem
Tag im Gebet mit allen Pilgern, die nach Amsterdam gekommen waren.
Am Beginn des Vortrags von Msgr. Paul Maria Hnilica
verlas sein Sektretär, P. Luciano Alimandi, die Grußadressen Seiner
Eminenz Ricardo Kardinal Vidal von der Diözese Cebu auf den Philippinen
und von Seiner Eminenz Alfons Maria Kardinal Stickler aus Rom.
Kardinal Vidal wäre selbst gern gekommen, wenn er nicht schon zuvor seine
Teilnahme am Eucharistischen Kongress in Polen zugesagt hätte. Kardinal
Stickler, der an diesem Tag beim Treffen der Bewegung “Vox Populi Mariae Mediatrici”
in Rom teilnahm, wies dort bereits in seiner Eröffnungsrede auf das Gebetstreffen
in Amsterdam hin. In der Grußadresse brachte er seine große Freude
über diesen Ersten Internationalen Gebetstag der Frau aller Völker
zum Ausdruck und seine persönliche Überzeugung über die Echtheit
und die Bedeutung der Amsterdamer Botschaften.
Bischof Paul Hnilica SJ sprach in seinem Vortrag
über das Thema “Fatima und Amsterdam im Geheimnis der Miterlösung”.
Darin zeigte er in überzeugender Weise den tiefen Zusammenhang zwischen
Fatima und Amsterdam.
Der Höhepunkt des Tages war das Heilige
Messopfer. Gemeinsam mit Msgr. Eduard Kojnok, dem Bischof der Diözese Roznava
in der Slowakei, und Msgr. Paul Maria Hnilica SJ feierte der Diözesanbischof
Msgr. Henrik Bomers als Hauptzelebrant die Heilige Messe. Unter den mehr als
80 konzelebrierenden Priestern, die aus 25 verschiedenen Ländern angereist
kamen, waren auch Altabt Nicolaas de Wolf OSB aus Holland und Altabt Thomas
Niggl OSB aus Deutschland.
In seiner Predigt in fünf Sprachen betonte der Diözesanbischof Msgr.
Henrik Bomers noch einmal die Bedeutung und Notwendigkeit der Verehrung Mariens
als Mutter und Frau aller Völker.
Bereits beim Einzug der 49 Fahnenträger kam in
eindrücklicher und feierlicher Weise zum Ausdruck, dass die Gottesmutter
die Menschen aller Nationen zu Jesus Christus führen will. Als die Gabenträger
stellvertretend für alle Völker der fünf Kontinente in ihren
jeweiligen Nationaltrachten Gaben zum Altar brachten, waren viele Gläubige
und auch Bischof Bomers davon freudig berührt. In den Gesichtern sah man
Tränen der Ergriffenheit, denn alle spürten die Atmosphäre der
Einheit und des tiefen Friedens.
Nach dem feierlichen Segen beteten die Bischöfe
vor dem Gnadenbild der Frau aller Völker zusammen mit allen Gläubigen
die Weihe an das Makellose Herz Mariens mit jenen Worten, die der Hl. Vater
am 25. März 1984 in Rom auf dem Petersplatz gebetet hatte.
Bischof Eduard Kojnok sprach am Nachmittag über die Verehrung der Schmerzensmutter
in der Slowakei und über seine persönlichen Erfahrungen in der Zeit
der kommunistischen Verfolgung.
Dokumentiert mit Dias hielt P. Paul Maria Sigl einen fesselnden Vortrag: “Die
Bedeutung der Frau aller Völker für Kirche und Welt von heute.”
In der meist gelesenen Tageszeitung Hollands,
dem Telegraaf, hieß es: “Maria ist zwar nicht erschienen, aber doch fühlten
die beinahe 5 000 Pilger ihre Anwesenheit. In bis dahin unbekannter Weise ehrten
Gläubige aus 49 Ländern 12 Stunden lang Maria.” Schon vor dem Gebetstag
hieß es im Telegraaf: “Aller Entchristlichung zum Trotz bleibt Maria augenscheinlich
wie eine Stütze und Zuversicht, ein Fels in der Brandung für Gläubige
und Ungläubige. Der Internationale Gebetstag ist ein einzigartiges Ereignis
in der niederländischen Kirchengeschichte.”
Druckversion
|